Was früher das verpflichtende Vorpraktikum leistete, wird nun direkt am Campus mit Leben gefüllt. In diesem Semester feierte ein altbewährtes Lehrformat im Fertigungstechniklabor Premiere: Erstsemester des Studiengangs Mechatronik erlernen Grundfertigkeiten in der Metallverarbeitung direkt unter Anleitung erfahrener Profis.
Lange Zeit war das Vorpraktikum für angehende Ingenieure das Tor zur Welt der Technik. Nach dessen Wegfall stellte die Fakultät Mechatronik und Medizintechnik die Weichen neu, um den Praxisbezug im Studium nachhaltig zu sichern. Die Lösung wurde fest in der neuen Studien- und Prüfungsordnung (StuPO) verankert: Ein kompakter, intensiver Kurs im Fertigungstechniklabor, der den Studierenden die essenziellen Basics der Fertigungstechnik vermittelt.
Vom Rohmaterial zum fertigen Handhabungsgerät:
Unter professioneller Anleitung erlernen die Studienanfänger die klassischen Grundfertigkeiten einer technischen Berufsausbildung in der Metallverarbeitung – im Zeitraffer, aber mit vollem Fokus auf die Qualität. Das Programm umfasst neben der manuellen Bearbeitung wie Feilen und Sägen auch die maschinelle Fertigung an Dreh-, Fräs- und Bohrmaschinen. Das Ziel ist dabei kein theoretisches Übungsstück, sondern ein konkretes Projekt: Die Fertigung eines kleinen Handhabungsgeräts. So wird Technik nicht nur berechnet, sondern im wahrsten Sinne des Wortes „begriffen“.
Hohe Motivation und positives Resümee:
Die erste Durchführung in diesem Semester bestätigte das Konzept eindrucksvoll. Die Studierenden waren mit außergewöhnlichem Engagement und viel Herzblut bei der Sache. Dieser Erfolg basiert maßgeblich auf der intensiven Betreuung durch die Labormitarbeiter, die ihre Erfahrung leidenschaftlich an die nächste Generation weitergeben.
Das Entwicklungsteam:
Das neue Format wurde gemeinschaftlich von Andreas Häger, Harald Haible, Avdo Muminovic, Volker Prox, Robert Schneider und Tobias Willim konzipiert und am Institut für Fertigungstechnik und Werkstoffprüfung umgesetzt, um die praktische Ausbildung als festen Bestandteil des Mechatronikstudiums zu bewahren.
Quelle Text: Technische Hochschule Ulm
Quelle Bild: Technische Hochschule Ulm; Montage des fertig bearbeiteten Handhabungsgerätes unter fachmännischer Anleitung durch die Labormitarbeiter