Medizintechnik zum Anfassen
Im Mittelpunkt des Tages standen berufsorientierende Mitmach-Workshops. Gemeinsam mit acht Medizintechnik-Unternehmen aus dem Großraum Ulm konnten Schüler*innen sowie Studierende moderne Medizintechnik live erleben und selbst ausprobieren - von Implantattechnik und Prothetik bis hin zu KI-Anwendungen und Reha-Technik. Das Interesse war groß: Die Workshops für Schüler*innen waren mit 170 Teilnehmenden aus neun Schulen vollständig ausgebucht. Weitere 90 Studierende aus zwölf Hochschulen nahmen an den Nachmittagsworkshops teil.
Beteiligt waren die Unternehmen Beurer, bredent group, Häussler Technische Orthopädie, Hentrich Patent- und Rechtsanwälte, HKK Bionics, SpineServ, THERA-Trainer und ulrich medical. Gemeinsam mit der THU zeigten sie, wie eng Forschung, Lehre und industrielle Praxis in Ulm miteinander verbunden sind. Kooperationspartner des Ulmer MedTech-Tages war die Innovationsregion Ulm.
Medizintechnik und Spitzensport im Stadthaus Ulm
Höhepunkt des Tages war der öffentliche „Ulmer MedTech-Abend“ im Stadthaus Ulm. Zahlreiche Besucher*innen aus Medizin, Technik, Sport und Öffentlichkeit nutzten die Gelegenheit, aktuelle Entwicklungen der Medizintechnik kennenzulernen. Der Vortragssaal im Stadthaus Ulm war dabei bis auf den letzten Platz besetzt und unterstrich das große Interesse an den Themen Medizintechnik, Forschung und Spitzensport.
Einblicke in die Forschung
Prof. Dr. Felix Capanni und seine Kollegen stellten unter anderem Projekte zur digitalen OP-Planung, innovativen Krebstherapie, KI-gestützten Analyse physiotherapeutischer Übungen, Biomaterialforschung und die Möglichkeiten des neuen Mikrofokus-Computertomographen vor. Dabei gingen sie besonders darauf ein, wie Studierende im Rahmen des „Forschenden Lernens“ in die laufende Forschung eingebunden werden.
„Angewandte Forschung und praxisnahe Lehre gehen an der THU Hand in Hand“, betonte THU-Rektor Prof. Dr. Volker Reuter im gemeinsamen Interview mit Ulms Oberbürgermeister Martin Ansbacher während der Abendveranstaltung im Stadthaus.
Die Kooperationen mit Unternehmen und Kliniken seien ein zentraler Baustein der strategischen Ausrichtung der Hochschule.
Auch Oberbürgermeister Martin Ansbacher hob die Bedeutung der Medizintechnik für den Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort Ulm hervor. Die Branche sei ein wichtiger Arbeitgeber und stehe zugleich für „Technik für den Menschen“.
Hauptredner des Abends war Sprinter Johannes Floors. Der vierfache Paralympics-Sieger, fünffache Weltmeister und Weltrekordhalter berichtete eindrucksvoll über seinen ganz persönlichen Weg von der Amputation bis hin zum paraolympischen Gold in Tokyo 2021. Dabei zeigte er, wie innovative Medizintechnik Lebensqualität verbessern und sportliche Höchstleistungen ermöglichen kann.
Ergänzt wurde das Programm durch einen Science Slam von Dr. Oliver Jan Quittmann von der Deutschen Sporthochschule Köln. Musikalisch begleitet wurde die Veranstaltung durch ein Jazz-Ensemble des Humboldt-Gymnasiums Ulm. Moderiert wurde der Abend von Sebastian Pauls von Radio 7.
Gemeinsames Engagement für die Radio 7 Drachenkinder
Der Ulmer MedTech-Tag setzte nicht nur ein Zeichen für Forschung und Nachwuchsförderung, sondern auch für soziales Engagement in der Region. Alle beteiligten Unternehmen sowie die Sparkasse Ulm folgten einem gemeinsamen Spendenaufruf zugunsten der Radio 7 Drachenkinder. Im Rahmen der Abendveranstaltung wurde ein Spendenscheck über 5.100 € gemeinsam von allen teilnehmenden Firmen sowie den Initiatoren des Ulmer MedTech-Tags an Ursula Schumacher, Leiterin der Radio 7 Drachenkinder, übergeben.
Sichtbarkeit für die MedTech-Region Ulm
Initiatoren des Ulmer MedTech-Tags sind Prof. Dr. Felix Capanni und Prof. Dr. Andreas Häger von der Fakultät Mechatronik und Medizintechnik der THU. Ziel der Veranstaltung ist es, die starke mittelständische Medizintechnikindustrie im Großraum Ulm sichtbarer zu machen und junge Menschen für technische und medizinische Berufe zu begeistern.
Die Veranstaltung machte deutlich, welche Rolle die THU als Ausbildungs- und Forschungsstandort für die Medizintechnik spielt – und wie eng Hochschule, Unternehmen und Kliniken in der Region zusammenarbeiten. Der Ulmer MedTech-Tag soll künftig weiter ausgebaut werden und langfristig als Plattform für Austausch, Nachwuchsförderung und Innovation dienen.
Bild: Spendenscheck-Übergabe
Bildquelle: Technische Hochschule Ulm