Siemens Unterrichtsreaktor SUR100

Der Siemens Unterrichtsreaktor SUR100 an der Technischen Hochschule Ulm (THU) ist ein Lehr- und Forschungsreaktor zur Ausbildung im Bereich Strahlenmesstechnik und Kerntechnik. Er dient vor allem als Neutronenquelle für Experimente und gehört zu den wenigen Reaktoren dieser Art an Hochschulen in Süddeutschland.

Kurzüberblick

Die erzeugte Leistung ist sehr gering und wird vollständig als Wärme abgegeben. Der Abbrand des Brennstoffs ist minimal, wodurch der Reaktor eine sehr lange Lebensdauer hat.

Aufbau des Reaktors

Der SUR100 besteht aus mehreren zentralen Komponenten, die gemeinsam einen sicheren und kontrollierten Betrieb ermöglichen:

Der zylindrische Reaktorkern ist das Herzstück der Anlage. Er besteht aus neun Brennstoffplatten aus Uranoxid und Polyethylen. Hier findet die Kernspaltung statt. Durch die Teilung in eine feste und eine bewegliche Hälfte kann die Reaktion gesteuert werden.

Die Graphitreflektoren umgeben den Kern und reflektieren entweichende Neutronen zurück. Dadurch wird die Effizienz der Kettenreaktion erhöht.

Der Reaktorkessel aus Aluminium umschließt den Kern gasdicht und bildet die zentrale Struktur der Anlage.

Die Regelplatten bestehen aus Cadmium und absorbieren Neutronen. Durch Ein- oder Ausfahren wird die Kettenreaktion gesteuert und im Notfall sofort gestoppt.

Mehrere Schutzschichten reduzieren die Strahlung:

  • Blei schwächt Gammastrahlung
  • Wasser mit Borsäure reduziert zusätzlich Neutronen

Sensoren und Detektoren überwachen alle wichtigen Werte wie Neutronenfluss, Temperatur und Strahlung. Die Steuerung erfolgt über ein zentrales Bedienpult mit digitaler Visualisierung.

Arbeitsgemeinschaft Forschungsreaktoren (AFR)

Die AFR („Arbeitsgemeinschaft für Betriebs- und Sicherheitsfragen an Forschungsreaktoren“) ist ein Netzwerk von Betreibern von Forschungsreaktoren in Deutschland und Europa. Ziel ist der regelmäßige Austausch von Erfahrungen sowie die gegenseitige Unterstützung in allen Fragen rund um Betrieb, Sicherheit und Weiterentwicklung von Forschungsreaktoren.