THU-Professor Dr. Peter Renze erhält Ulmer Wissenschaftspreis 2026
Die Stadt Ulm hat auch in diesem Jahr ihren renommierten Wissenschaftspreis verliehen. Der mit insgesamt 15.000 Euro dotierte Preis würdigt exzellente wissenschaftliche Leistungen von Einzelpersonen, Forschungsgruppen und Arbeitsgemeinschaften, die mit ihrer Forschung die wissenschaftliche Entwicklung an den Ulmer Hochschulen nachhaltig vorangebracht haben.
Traditionell wird der Wissenschaftspreis alle zwei Jahre am Schwörmontag im Rahmen der Ulmer Schwörfeier verliehen. Wie bereits in den vergangenen Jahren wurde die Auszeichnung auch 2026 geteilt. Professor Dr. Peter Renze von der Technischen Hochschule Ulm (THU) erhielt einen der beiden Wissenschaftspreise in Höhe von 7.500 Euro. Gewürdigt wurden seine herausragenden Leistungen auf den Gebieten der erneuerbaren Energiesysteme und der Energiewirtschaft.
Professor Dr. Renze hat die Energieforschung an der THU über viele Jahre entscheidend geprägt. Seine wissenschaftliche Arbeit konzentriert sich auf die Entwicklung nachhaltiger Energiesysteme und umfasst insbesondere die Bereiche Erneuerbare Energien, Energiespeicher sowie Energieeffizienz. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf der Frage, wie Wasserstoffspeichertechnologien besser in bestehende Energiesysteme integriert werden können, um sie effizienter und wirtschaftlicher zu machen. Damit leistet er einen wichtigen Beitrag zur Bewältigung der großen Herausforderungen der Energie- und Klimawende.
Als Leiter des Instituts für Energietechnik und Energiewirtschaft der THU verantwortet Professor Dr. Renze nicht nur zahlreiche öffentlich geförderte Forschungsprojekte, sondern betreut auch eine Vielzahl von Promovierenden und fördert die enge Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und öffentlichen Einrichtungen. Darüber hinaus war er eine treibende Kraft bei der Gründung des Zentrums für Energieforschung und -technologie (ZET) in Ulm und hat damit einen wichtigen Grundstein für die interdisziplinäre Energieforschung in der Region gelegt.
Ein sichtbares Ergebnis seiner Arbeit ist der Energiepark der THU. In seiner Zeit als Institutsleiter entstand auf dem Campus Eselsberg eine einzigartige Forschungs- und Demonstrationsplattform, mit deren Hilfe innovative und nachhaltige Energiesysteme unter realen Bedingungen erprobt werden. Gleichzeitig macht der Energiepark die Energiewende für Bürgerinnen und Bürger erlebbar, schafft wertvolle Impulse für Forschung und Entwicklung und stärkt die Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft, Öffentlichkeit und Energiewirtschaft.
Seine Arbeit steht beispielhaft für anwendungsorientierte Forschung, die wissenschaftliche Exzellenz mit konkreten Lösungen für die drängenden Klima- und Energiefragen unserer Zeit verbindet.
Professor Dr. Renze zeigt sich dankbar: „Ich freue mich sehr über diese Auszeichnung und empfinde sie als große Ehre. Wissenschaft ist jedoch selten die Leistung einer einzelnen Person. Dieser Preis gehört ebenso den vielen Studierenden, Mitarbeitenden, Kolleginnen und Kollegen sowie unseren Partnern aus Industrie und Forschung, mit denen ich in den vergangenen Jahren zusammenarbeiten durfte.“
Professorin Birgit Esser von der Universität Ulm wurde ebenfalls mit dem Wissenschaftspreis der Stadt Ulm ausgezeichnet. Dr. Esser forscht zu nachhaltigen Batteriematerialien und arbeitet damit an Lösungen zu einer zentralen Zukunftsfrage, denn für eine gelingende Energiewende ist die elektrochemische Energiespeicherung eine Schlüsseltechnologie. Die Chemikerin beschäftigt sich damit, wie solche Speicher leistungsfähiger, ressourcenschonender und unabhängiger von knappen Rohstoffen werden können. Sie ist zudem die Ulmer Sprecherin des Batterie-Exzellenzclusters POLiS (Post Lithium Storage), dessen erfolgreiche Fortführung in erheblichem Maß ihre Handschrift trägt und Ulm als Zentrum der Batterieforschung in Deutschland und darüber hinaus sichtbar macht.
Die Leiterin des Instituts für Organische Chemie II und Neue Materialien vereint in einzigartiger Weise Expertise in Synthesechemie mit Knowhow aus dem Bereich organischer Batterieelektrodenmaterialien. Mit ihrem ganzheitlichen Ansatz will Esser die Lücke zwischen der Grundlagenforschung an Letzteren und deren Anwendung schließen. Als Gründungsdirektorin des CELEST Green Energy Lab, mit dem ein Referenzlabor für elektrochemische Energiespeicher jenseits von Lithium etabliert werden soll, wirkt Esser weit über das eigene Fach hinaus und bringt Wissenschaft, Nachwuchsförderung und institutionelle Entwicklung zusammen.